Mensch & Feinstaub

Dichter Smog verschleiert immer wieder Großstädte. An den Folgen des Feinstaubs sterben jährlich 2,1 Millionen Menschen. Besonders viele Todesfälle gibt es in Süd- und Ostasien. Feine Staubpartikel, die zu Lungenschäden und Krebs führen können, sind bei weitem die wichtigste Ursache für diese Bilanz, berichten Forscher im Fachmagazin "Environmental Research Letters" 2013. Zum Artikel

Ein Team um Jason West und Raquel Silva hat die Daten von 14 Modellrechnungen zu den Auswirkungen von Ozon und sechs Modellen zu Feinstaubpartikeln verglichen und mit epidemiologischen Modellen kombiniert. Demnach sind die Feinstaubpartikel insgesamt für die vielen Todesfälle verantwortlich, schreibt die University of North Carolina im US-amerikanischen Chapel Hill mit Verweis auf die Studie.

Die weltweite Luftverschmutzung nimmt zu: Millionen Menschen sterben an Feinstaub

Zudem sterben jedes Jahr etwa 470.000 Menschen an den Folgen hoher Ozonkonzentration. "Unsere Studie zeigt, dass Luftverschmutzung im Freien eines der größten Umweltrisiken ist", sagt Mitautor Jason West. Besonders viele Todesfälle gibt es in Süd- und Ostasien, wo die Bevölkerungsdichte hoch und die Luft stark verschmutzt sei. 

Reduzierte Lebenserwartung

Erst kürzlich hatte ein anderes Forscherteam berichtet, dass die Lebenserwartung im smoggeplagten Norden Chinas im Schnitt fünf Jahre kürzer ist als im Süden des Landes. Die Forscher rechneten anhand der Daten aus China aus: Mit einer zusätzlichen Belastung von 100 Mikrogramm Staubteilchen pro Kubikmeter Luft verringert sich die Lebenserwartung im Durchschnitt um drei Jahre. Das sei fünfmal mehr als konventionelle Berechnungen ergeben hätten, schreiben die Forscher im Fachjournal PNAS. Zum Artikel