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Wednesday, 23. January 2008

Gesundheitsrisiken durch Kopierer und Laserdrucker? Prof. Volker Mersch-Sundermann rät, die Geräte auf Distanz zu halten.
Gesundheitsrisiken durch Kopierer und Laserdrucker? Prof. Volker Mersch-Sundermann rät, die Geräte auf Distanz zu halten.

Kiel – Nachdem ihr Einzug in die Büros zunächst für Erleichterung sorgte, mag heute niemand mehr in ihrer Nähe arbeiten: Laserdrucker und Kopierer stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Der Forscher Prof. Volker Mersch-Sundermann hat die erste Pilotstudie zu dieser Frage durchgeführt – und präsentiert ihre Ergebnisse heute in Kiel.

Sie stauben, und zwar sowohl fein als auch ultrafein. So lautet – knapp zusammengefasst – das zentrale Ergebnis des Mediziners, dessen Studie vom Berliner Bundesinstitut für Risikoforschung in Auftrag gegeben wurde.

Ein Jahr lang untersuchte der Direktor des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene der Freiburger Universität insgesamt 63 Büros. Gemessen wurde ihre Luftqualität unter anderem nach der nächtlichen Ruhephase der dortigen Geräte sowie während ihres normalen Bürobetriebs. Bei Druck- oder Kopierbeginn stieg die Konzentration an feinen und ultrafeinen Stäuben stets blitzschnell an. Damit bestätigt die Untersuchung den Verdacht, unter dem die mit Toner arbeitenden Laserdrucker und Kopierer seit Jahren stehen.

Doch ganz so einfach sind die Schuldzuweisungen dabei nicht: Weder ist es ausschließlich der als Farbstoff eingesetzte Toner, der für den Feinstaub sorgt. Noch geben die untersuchten Geräte diesen in vergleichbaren Dimensionen ab. „Wie viel Feinstaub in Umlauf gelangt, hängt beispielsweise vom verwendeten Toner, dem Alter und Wartungszustand des Gerätes sowie seinem Papierabrieb zusammen“, erklärt Mersch-Sundermann. Überdies ließen sich auch noch keine eindeutigen Aussagen über die tatsächlich bestehende Gesundheitsgefährdung machen. „Bisher haben wir lediglich feststellen können, dass Personen, die über Beschwerden durch Toner-Staub klagen, oft auch unter einer Überempfindlichkeit der Atemwege leiden. Man weiß in solchen Fällen jedoch nicht, was zuerst da war: die Belastung durch den Drucker oder die Überempfindlichkeit des Menschen, der in seiner Nähe arbeitet.“

Nichtsdestotrotz hält der Umweltmediziner die Ergebnisse der Studie für so bedenklich, dass er rät, den Drucker sowohl am beruflichen wie auch am privaten Arbeitsplatz auf Distanz zu halten: „Ein kleiner Laserdrucker sollte wenigstens einige Meter von seinem Benutzer entfernt aufgestellt werden. Wird viel gedruckt oder stehen mehrere Geräte dicht beieinander, sollten sie in einem eigenen Raum aufgestellt werden. Und der muss überdies gut belüftet sein.“

Eine gesetzliche Pflicht, solche Maßnahmen im Büro zu ergreifen, gibt es für Arbeitgeber noch nicht. Mersch-Sundermann verweist jedoch auf die Berufsgenossenschaften, an die man sich wenden könne, um sie durchzusetzen. Ein Umstieg auf Tintenstrahldrucker würde das Problem übrigens im Zweifelsfall nur verlagern: „Auch sie setzen Stoffe frei, über deren gesundheitliche Auswirkungen noch keine ausreichenden Informationen vorliegen.“

Von Oliver Stenzel

Lesen Sie den Originalartikel der Kieler Nachrichten

 
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